Schulzentrum Grenzstraße Bremen

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Virtuelle Probefahrt

Wie ein „Stern in Bremen“ entsteht konnte der Wahlpflichtkurses Automobilwirtschaft und Globalisierung hautnah erleben. Auf einer Werksbesichtigung bei Mercedes-Benz am 11. September 2018 erlebten die Schülerinnen und Schüler einen beeindruckenden Einblick in die Automobilproduktion, der mit einer virtuellen Probefahrt auf der Teststrecke begann.

Unsere Betriebsbesichtigung startete im Kundencenter Bremen, dort holen die Kunden ihre fertigen Fahrzeuge ab und haben die Möglichkeit ausgestellte Modelle zu besichtigen. Bereits im Eingangsbereich waren einige Modelle ausgestellt. Besonders viel Interesse hatten wir an einem mit Wasserstoff angetriebenen Prototypen. Einige von uns hatten die Gelegenheit, eine Virtual-Reality-Simulation auszuprobieren. Wir konnten mit Hilfe einer VR-Brille und einem Autositz, welcher Bewegungen simulierte, an einer Probefahrt über verschiedene Strecken teilnehmen. Dabei saß man als Beifahrer in einem Mercedes GLC und fuhr über Hügel, steile Kurven oder unebenes Terrain. Wir konnten die abwechslungsreiche Fahrt durch die verschiedenen Hilfsmittel hautnah miterleben.

Ein Mitarbeiter hat uns zum Einstieg einen Image-Film von Mercedes präsentiert und die groben Daten des Werkes anhand von Quizfragen verdeutlicht, diese Informationen haben sich gut im Kopf verankert. Anschließend wurden wir gefragt, ob wir lieber das Presswerk oder den Rohbau sehen wollen. Unser Interesse galt eher dem Presswerk, welches wir im Anschluss besichtigen durften. Zum Beginn wurden wir von einem werkseigenen Bus abgeholt, der uns für den gesamten Zeitraum der Besichtigung zur Verfügung stand. Im Presswerk waren wir überwältigt von den riesigen maschinellen Anlagen, welche dort zur Produktion verwendet werden. Durch die Fenster in den Anlagen konnten wir den Pressvorgang genauestens beobachten. Wir bekamen die Information, dass ein Auto aus 460 verschiedenen Blechteilen zusammengesetzt wird. Aber was passiert mit dem Verschnitt? Man erklärte uns, dass dieser Ausschuss gepresst und weiterverkauft wird. Da wir mit Kopfhörern ausgestattet waren, konnten wir trotz größerem Abstand und lauter Geräuschkulisse immer den interessanten Informationen des Mitarbeiters folgen.

Daraufhin ging es mit dem Bus zur Halle 93. Direkt nach dem Eintreten in das Gebäude begaben wir uns in das dritte Stockwerk. Dort hatten wir einen beeindruckenden Blick auf die Teststrecke des Werkes. Wir erfuhren, dass die Testfahrer betriebsintern auch gerne „Quietscher“ genannt werden. In der Produktionshalle angekommen führte ein Besucherweg über die Köpfe der Produktion hinweg, wodurch man sich verschiedene Arbeitsprozesse exakt ansehen konnte, ohne den Produktionsablauf zu beeinträchtigen. Uns wurden anhand von Modellbeispielen von Autotüren verschiedene Verarbeitungsschritte veranschaulicht, die bei der Lackierung und Montage eines Autos angewendet werden. Dazu gehören Vorgänge wie z.B. Schrauben, Kleben und Punktschweißen. Anschließend gingen wir weiter über den Besuchersteg, wo wir die sogenannte „Hochzeit“ bestaunen konnten. Dabei erhebt sich aus einer unteren Ebene das Fahrgestell mit Antriebstrang und Motor mit der die Karosserie „verheiratet“ wird.

An der nächsten Station konnten wir das Einsetzen der Sitze in die Karosserien beobachten. Die Sitze für den Auftrag befinden sich kurzzeitig in einem Zwischenlager, bis das richtige Fahrzeug die Station am Band erreicht hat und sie eingebaut werden können. Für die zeitgenaue interne Logistik werden verschiedene Transportmöglichkeiten genutzt wie zum Beispiel autonom fahrende Roboter oder elektronische Gabelstapler. Der Lieferant für die Sitze von Mercedes ist die Lear Corporation Ltd. mit dem Standort in Hemelingen, Bremen. Ein Berufsschüler unserer Klasse macht dort eine Ausbildung zum Industriekaufmann und konnte uns einige interessante Besonderheiten sowie auch Vorgänge beschreiben. Die Lear Corporation erhält ihre Aufträge per Datenfernübertragung und hat nur einen Zeitraum von 6 Stunden, um den richtigen Sitz zum richtigen Zeitpunkt und zur richtigen Halle im Just-In-Time Prinzip zu liefern. In allen Produktionshallen gibt es mehrere elektronische Anzeigen über die aktuelle Soll-und Ist-Zahl der Produktion, Dauer der Bearbeitung und Geschwindigkeit des Fließbandes. Dies dient den Mitarbeitern zur eigenen Kontrolle und soll auch ein Ansporn für eine schnelle Fertigung nach der „0-Fehler-Politik“ sein. Abschließend hat uns der Mitarbeiter erzählt, dass ein Fahrzeug vom Anfang bis zum Ende der Produktion circa 15km zurücklegt, was einer Strecke von Delmenhorst nach Bremen entspricht.

Nach der Führung wurden wir mit dem Bus zurück zum Kundencenter gebracht, wo sich einige von uns den Showroom ansehen durften, in welchem wir einige luxuriöse Sportwagen bestaunen konnten. Diesen Raum darf man nur betreten, wenn die Tür offensteht, ansonsten könnte dort ein Kunde sein, der beraten und nicht gestört werden möchte. Zu guter Letzt hat sich unser Kurs vor dem Mercedes-Benz Stern gesammelt, um ein Erinnerungsbild zu schießen.

Uns hat dieser Ausflug sehr gut gefallen und wir bedanken uns bei Mercedes-Benz, dass uns die Möglichkeit geschenkt wurde dieses Werk von Innen betrachten zu dürfen und die Produktion eines Premium-Herstellers hautnah mitzuerleben.

Janet Graf, Stefanie Nickel, Jasmin Famulla, Mirco Matrose, IND 17-3

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